Gedanken


11. Die alten Gedanken

Verweht mit dem Wind, ihr alte Gedanken
Euer Herr will sich jetzt erholen
Ich erzeugte, die aus meinem Geiste tranken
Doch jetzt kann euch der Teufel holen!

Ihr guckt verblasst, verwundert
“Wass soll denn das, haben wir ausgedient?”
Stoff sind wir, für noch ein halbes Jahrhundert
Besser haben wir es wohl verdient.

Die jugendliche Frische habt ihr längst schon verloren
Und wo ihr jetzt ums Überleben kämpft
Werden mir morgen schon neue Gedanken geboren
Spart euch die Mühe! Warum euch hübsch verkleiden?
Für euch ist kein Platz mehr zwischen meinen Ohren
Nur die Bücher, die können euch noch leiden!

8. Schau

Das Warten. Es sind Menschen
vor und hinter mir
mit Blumen und gepuderten Gesichter
ich nehme manch ein Lächeln wahr

auf rubinroten Lippen

Es sind echte Menschen hier,

und alle wollen einen Toten sehen.

 

Die Schlange schiebt sich wie von selbst

durch das sterile Zimmer wo der Sarg steht

mit geneigten Köpfen, und Gedanken,

strömen sie murmeln seufzen schwitzen

Gummisohlen auf schwarzem Marmor

 

An der Reihe bin ich, flüchtig fällt mir ein ich

habe mich heute morgen nicht rasiert

dann küsse ich die geliebte Stirn zum letzten Mal.