Kapitalismus


89. non olet, non dolet

“Es ist nicht eine pervertierte Form der kapitalistischen Zinswirtschaft, sondern der Obzöne Kern derselben, dass das Ausgeben von Geld an sich keine moralische Dimension hat.” – Bernhard Klagenbusch, pseudomarxistischer Stehaufmann

48. Geld

Ein Zeichen hat seine Deutung erschlagen
bekam die fremde Macht, die in uns waltet
eine Sprache, mit der wir stets uns plagen
weil sie alles gleich und ungleich schaltet

Alles ist Austausch und alles Vergleich
Lob dem Handel und Lob dem Verstand
machtlos heisst arm, und mächtig ist reich
und Wert sei nur als Wechselwert bekannt

Die toten Zeichen werden still geduldet
denn sie sind unfühlbar wie die Nacht –
darin bleibt sich an sich verschuldet

Wir für immer sind der Schuld verpflichtet
verpfändet an der Wurzel dieser Macht
die uns hat zu einer Zahl verdichtet

Cornelius Knoppenbroch (1785-1914)

35. 

Der Kapitalismus ist tatsachlich das System, das mit der grösstmoeglichen Effizienz Ressourcen (Kapital) für die Produktion verfügbar macht. Er braucht aber einen Gegenpart, die Nutzer, deren systemische Aufgabe darin besteht, den Kreis des Kapitals zu schliessen. Der Zweck: die Ausweitung dieses Kreises, und die systemische Rolle der Nutzer besteht lediglich darin, das Kapital möglichst bald wieder für die Produktion verfügbar zu machen. Der Nutzer ist der Konsument oder der Staat.
Auf Deutsch: Geld muss fliessen und der Endzweck der kapitalistischen Produktion ist immer entweder der Krieg oder der Konsumismus – also zwei Formen des Wahnsinns. – Diederich Freiherr von Fratzenbuhl zu Irrenwege