Aphorismen


132. Jenseits von Gut und Böse: 283

Es ist eine feine und zugleich vornehme Selbstbeherrschung, gesetzt, dass man überhaupt loben will, immer nur da zu loben, wo man nichtübereinstimmt:—im andern Falle würde man ja sich selbst loben, was wider den guten Geschmack geht—freilich eine Selbstbeherrschung, die einen artigen Anlass und Anstoss bietet, um beständig missverstanden zu werden. Man muss, um sich diesen wirklichen Luxus von Geschmack und Moralität gestatten zu dürfen, nicht unter Tölpeln des Geistes leben, vielmehr unter Menschen, bei denen Missverständnisse und Fehlgriffe noch durch ihre Feinheit belustigen,—oder man wird es theuer büssen müssen!— “Er lobt mich: also giebt er mir Recht”—diese Eselei von Schlussfolgerung verdirbt uns Einsiedlern das halbe Leben, denn es bringt die Esel in unsre Nachbarschaft und Freundschaft.

126. 

Wir brauchen ein Wirtschaftssystem, in dessen Interesse es ist, dass unser Ressourcenverbrauch sich jedes Jahr verringert.

120. Geldstreik 2.0

Geldstreik 2.0 – Geldstreik bedeutet, dass man sich ohne den Einsatz von Geld seine Lebensmittel besorgt. Damit wird gezeigt, dass Geld keine Notwendigkeit ist, es ist ein erster Schritt in der Dekonstruktion vom Aura des Geldes. Geldstreik 2.0 führt es einen Schritt weiter, indem es Geld diesen Sonderstatus als “verbotenes Tauschmittel” wieder nimmt, und es wie eine Commodity behandelt. Genauso, wie wir Cashewnüsse retten, indem wir sie statt der Müllhalde unserem Körper zuführen, um damit insgesamt Ressourcen zu schonen, können wir Geld retten, indem wir damit zum Beispiel Produktionsmittel kaufen, um sie dann nicht zu benutzen (z.B. Regenwald) Der längerfristige Effekt ist, dass damit indirekt Geld vernichtet wird, in dem Sinne dass es nicht erst kreiert wird als Kredit: Die Kreditverstreckung für jenen Regenwald fände nur dann statt, wenn der Investor den Plan hat, damit “Geld zu machen”, also den Wald zu konvertieren in Rohstoffen, ihn abzuhölzen, abzutöten, zu vernichten.