Gedichte


151. Ratzinger

Aus 2013:

Der heil’ge Geist ist nicht ganz mehr wach
und auch sein Körper lasst nach und nach
Also leider entkommt man nicht das Verdikt:
Es ist das Aus fur Herrn Benedikt

Der Ratzinger trug Pelz noch Fell
gekleidet ging er eher traditionell
Er war kein Modepapst, sondern bodenständig und normal
– und jetzt ist er halt wieder Kardinal

Sein Nachfolger war zunachst unbekannt
und die ganze Welt wartete zurecht gespannt
bis da aufstieg der weisse Rauch
und gehullt in ihm stand Günther Jauch

149. An Goethe

Die Worte können nur zerlügen
was uns zur Sinne wird geführt
und uns’re Tugende sind nur Züge
jener Kraft, die stets verführt

133. Böhmermannverehrung

boehmermann

Oh wie billig sind die Witze über Erdogan
du weißt, jener schwule Ziegenficker mit Großenwahn
der mit seinen verschrumpften Eier und sein nichtigem Glied
schon Anlass war für manch ein schmählich Lied

teuer aber ist die Meinungsfreiheit der freien Welt
egal wie ein Satiriker wedelt mit dem Schwanz und bellt
egal wieviel der türkische Diktator darüber flucht und flennt
in der Rechtsordnung der Bundesrepublik ist er tatsächlich impotent

130. Die Flüchtlingsdebatte nach Rilke

Grabmal eines jungen Mädchen

Wir gedenkens noch. Das ist, als müßte
alles dieses einmal wieder sein.
Wie ein Baum an der Limonenküste
trugst du deine kleinen leichten Brüste
in das Rauschen seines Bluts hinein:

– jenes Gottes.
Und es war der schlanke

Flüchtling, der Verwöhnende der Fraun
Süß und glühend, warm wie dein Gedanke,
überschattend deine frühe Flanke
und geneigt wie deine Augenbraun.