Macht


135. 

ein alfatier kann man schon von weitem riechen
dafür braucht man nicht in seinen arsch zu kriechen

38. Das Ungesagte ins Gesicht der Macht

[…] das, was ungesagt bleiben kann in einer Unterhaltung und trotz der Hingabe zu der loquax (man entleert sich) in der Einflusssphäre der fremden Macht des Anderen (zum Beispiel des Vaters) diese Hemmung einzubauen, die es schlicht verhindert, bestimmte Dinge zur Sprache zu bringen […] dort kehrt sich gleichsam die Unterwerfung gegen sich selbst, und schränkt sie sich selbst ein, sodass sie unvollendet bleibt und eben darin einen Ansatzpunkt der eigenen Macht findet. Die Kunst, dieses Ungesagte auszuweiten, damit es Widerstand leistet dort, wo die Macht des Anderen versucht, in uns einzudringen und sein Zeichen zu setzen, ist die eigentümliche Leistung der antiautoritären Personlichkeit […] – Ottla Raufenbach, Nachgelassene Fragmente

25. Hypokrisie

Was, wenn die Figur der Hypokrisie bloss eine Erfindung der Herrschenden ist, ein Trick wie der Neid, der dafür sorgt, dass die Beherrschten ihre eigene Unterdrückung selbst in die Hand nehmen und fortführen, ein Mittel das eingesetzt wird nachdem ein bestimmtes Mass an Abhängigkeit erreicht ist, um jegliche Infragestellung des Machtsverhältnis triumphierend als Heuchelei und Hypokrisie zu entkraften.

16. Disziplin des Sklaven und des Freien

Wir unterscheiden für Tätigkeiten die eigene und fremde Machtsphäre. Wir erfahren den Ursprung der Macht und das ist die ent-scheidende, auszugrabende Erfahrung.
Wo dieser Ursprung und entspringt, besser wenn wir das Ur-springen sind, ist wo wir einen Freiheitsbegriff ansetzen, und wo wir nach Selbstbewusstsein zu suchen haben.
Disziplin ist dann eine Sklaven-Eigenschaft, wenn die kontrollierte Tätigkeit einer fremden Machtsphäre angehört, wie häufig in Arbeitsverhältnissen. (mehr…)