Gott


69. Religion

Vor 1 Jahrhundert schrieb ich:

1. Religion ist eine giftige, aber geistesgeschichtlich notwendige, Phase der menschlichen Organisation
2. Der Glaube an Erlösung beleidigt die Erde
3. Auf jeden Vorwurf über die Unverständlichkeit der Religion reagiert der Glaubige “Genau so ist es – und darum ist der Glaube auch so unglaublich schön”
4. Diese ungeheuerliche Schizophrenie birgt eine kleine und eine große Gefahr.
5. Die Religion bringt Menschen um den Verstand, sie ist dogmatischer Selbstbetrug und als Liebe getarnter Hass gegen das Leben
6. Und die große Gefahr: dass der Nihilismus nicht rechtzeitig kommt, um die Scheune der Vernunft zu kehren
7. Die Trümmer der Religion werden das Ausmaß der Unvernunft zeigen
8. Wo gebetet wird, wird ausgebeutet
9. “Wenn Gott tod ist, ist alles erlaubt.” Im Gegenteil: Solange es einen Gott gibt, werden wir Ihn alles erlauben lassen
10. Religion ist Hysterie

22. Werden wir Ihn endlich los?

Erst wenn wir in selbstversorgende Gemeinschaften leben, in geschlossenen Kreisläufen, in Systemen die für ihre Energiezufuhr nur die Sonne brauchen, – aber nicht nur darin leben, sondern darüber reflektieren, uns in unseren täglichsten Tätigkeiten Teil des Ganzen fühlen, und dies stets mit klugen Entscheidungen erneuern, ohne das Bedürfnis eines grossen Mannes, wenn wir in einer solchen “Permakultur” leben, und unsere Fäkalreste (und sonstige “externalities”) nicht länger als Abfall betrachten, wenn wir unseren Kindern nicht länger diese Ur-Trennung unterrichten, wie ihr Kot ins weiss Loch entschwimmt, sondern uns immer bewusst sind wie wir Teil eines fragilen Kreislaufs sind, wenn wir die Phantasie aufbrengen, solche Kreisläufe als endlos zu betrachten, wenn wir also gemeinsam eine Metapher der Unendlichkeit in unserer Mitte hüten, erst dann könnten wir, vielleicht – Gott abschaffen.