31 / 31

Archives

. Ratzinger

Aus 2013:

Der heil’ge Geist ist nicht ganz mehr wach
und auch sein Körper lasst nach und nach
Also leider entkommt man nicht das Verdikt:
Es ist das Aus fur Herrn Benedikt

Der Ratzinger trug Pelz noch Fell
gekleidet ging er eher traditionell
Er war kein Modepapst, sondern bodenständig und normal
– und jetzt ist er halt wieder Kardinal

Sein Nachfolger war zunachst unbekannt
und die ganze Welt wartete zurecht gespannt
bis da aufstieg der weisse Rauch
und gehullt in ihm stand Günther Jauch

. Die höchste Illusion

… und wir sind uns dessen bewusst, dass die Menschen es Illusion nennen. Aber was sonst heisst: eine Welt für sich kreieren? Es ist nur Einbildung, lediglich eine Illusion. Als ob es eine harte Wirklichkeit giebt, wo diese Illusion eingebettet ist, als ob Atome wie Steine sind, und Gedanken oberflächliche Schwingungen.
Wir sind es den Gedanken verpflichtet, sie zu denken, und wenn sie ‘nur’ als Schwingungen in unserem Hirn existieren. Wir verstehen ihre Macht, ihre entscheidende Rolle. Sie erlauben uns ein Zweck, ein ein Zweck jenes Zwecks, und so weiter bis hin zu einem dünnen Endziel, das gar nicht existieren kann weil es von einer endlosen Zweckmäßigkeitskette jenseits der Zeit steht.
Wir entdecken ein Jenseits, eine höchste Illusion, und feinere Ohren spüren dort auch die Verpflichtung, jene Illusion nicht als plumpe religiöse Vorstellung durch die Hintertür einzuladen und sie als höchste Realität misszuverstehen. Hier steht der feinere Geist quer, hier lächelt er und spürt in diesem Lächeln der kosmische Witz der selbstbewußten Zweckmäßigkeit. Hier wappnet er sich auch gegen das Christentum oder dessen Auswüchse wie die Hegelei.
So überkommt ihm die Stille seines edlen Gedanken, wie seine Zweckmäßigkeit garnicht existieren könnte und Existieren folglich darin besteht, die eigene Unmöglichkeit einzuholen. So überkommt ihm die Geistesruhe: in der Einsicht dass die höchsten Zwecke gar keine sind, sondern regulative Ideen, wie der alte Kant sagt, und sie aufzugeben wie der Nihilismus will, alle ‘niedere’ Zweckmässigkeit leugnet, ja sie eben als niedrig abwertet.

. An Goethe

Die Worte können nur zerlügen
was uns zur Sinne wird geführt
und uns’re Tugende sind nur Züge
jener Kraft, die stets verführt

Die Lust zu kultivieren mit Bezug auf etwas, das wir nicht wissen, weil wir es nicht wissen. Das soll unsere beste Waffe gegen die Angst sein.

Ich bin ein französischer Literaturkritiker psychoanalytischer Prägung und beschäftige mich mit Marcel Brust.