Aphorismen


126. 

Wir brauchen ein Wirtschaftssystem, in dessen Interesse es ist, dass unser Ressourcenverbrauch sich jedes Jahr verringert.

120. Geldstreik 2.0

Geldstreik 2.0 – Geldstreik bedeutet, dass man sich ohne den Einsatz von Geld seine Lebensmittel besorgt. Damit wird gezeigt, dass Geld keine Notwendigkeit ist, es ist ein erster Schritt in der Dekonstruktion vom Aura des Geldes. Geldstreik 2.0 führt es einen Schritt weiter, indem es Geld diesen Sonderstatus als “verbotenes Tauschmittel” wieder nimmt, und es wie eine Commodity behandelt. Genauso, wie wir Cashewnüsse retten, indem wir sie statt der Müllhalde unserem Körper zuführen, um damit insgesamt Ressourcen zu schonen, können wir Geld retten, indem wir damit zum Beispiel Produktionsmittel kaufen, um sie dann nicht zu benutzen (z.B. Regenwald) Der längerfristige Effekt ist, dass damit indirekt Geld vernichtet wird, in dem Sinne dass es nicht erst kreiert wird als Kredit: Die Kreditverstreckung für jenen Regenwald fände nur dann statt, wenn der Investor den Plan hat, damit “Geld zu machen”, also den Wald zu konvertieren in Rohstoffen, ihn abzuhölzen, abzutöten, zu vernichten.

119. Ökokonsum

Bioläden, grüner Strom, und Ökokonsum sind Exzesse des Kapitalismus. Der Versuch, die Normalität der Ausbeutungsmaschine beizubehalten indem man die jene Kritik einverleibt, die sich als erfolgreich erwiesen hat. Exzessiv ist, dass es ohne Gegenbewegung frei treiben kann, nach dem Prinzip der Profitmaximierung. Die effektivsten Unternehmen gewinnen, die Vernichtungsrate der Natur wird mit wissenschaftlicher Präzision für den Profit minimiert, wird aber nie negativ ausfallen. Der Ökokonsum ist energetisch nur durch den Einsatz fossiler Ressourcen möglich. Organische Äpfel werden eingeflogen, der Abbau seltener Erden hinterlässt eine Ödniss, usw. Der Planet wird peinlich langsam, aber nunmehr mit der unsäglichen Arroganz der moralischen Rechthaberei, vernichtet.