38. Das Ungesagte ins Gesicht der Macht

[…] das, was ungesagt bleiben kann in einer Unterhaltung und trotz der Hingabe zu der loquax (man entleert sich) in der Einflusssphäre der fremden Macht des Anderen (zum Beispiel des Vaters) diese Hemmung einzubauen, die es schlicht verhindert, bestimmte Dinge zur Sprache zu bringen […] dort kehrt sich gleichsam die Unterwerfung gegen sich selbst, und schränkt sie sich selbst ein, sodass sie unvollendet bleibt und eben darin einen Ansatzpunkt der eigenen Macht findet. Die Kunst, dieses Ungesagte auszuweiten, damit es Widerstand leistet dort, wo die Macht des Anderen versucht, in uns einzudringen und sein Zeichen zu setzen, ist die eigentümliche Leistung der antiautoritären Personlichkeit […] – Ottla Raufenbach, Nachgelassene Fragmente

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