68. Die Zukunft Europas

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“Es lebe die Republik Europa”, lesen wir in einem FAZ-Artikel.
Weshalb diese Liebe zur Europa? Meinen die Autoren wirklich, dass es nur dort das einzighartige “res publica” gibt? Diese Leute wollen angeblich den Nationalstaat abschaffen, aber ihre Argumente für die Republik Europa sind genau die, die in der Moderne immer für Nationalstaaten angeführt werden. Eine “einzigartige” Art und Weise, sich mit dem Staat te identifizieren wird hier herbeifantasiert, um den Traum eines vereinigten Europas weiter träumen zu können. Diese mythische Identität Europas muss darüber hinweg täuschen, dass es in der EU immer nur um wirtschaftliche Zusammenarbeit geht, und dass dieses pragmatische Bündnis mit einer anhaltenden Krise der Weltwirtschaft genau so fragwürdig ist wie jeder andere volkswirtschaftliche Fehlansatz auch.

Kaum hat man erkannt, dass der Nationalstaat passé ist, baut man schon einen neuen auf. Das vereinigte Europa, das den Chinesen Konkurrenz machen soll, ist ein nationalstaatlicher Moloch, der seinen Bürgern alle in lupenrein demokratisch gleichem Maße den Folgen der nächsten Krise aussetzt.

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Sapere aude:

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